Lektion 37: Reiseziel Olympia

  1. Am zehten Tag der Reise kamen wir nach Olympia, an jenen berühmten und heiligen Ort.
  2. Wie angenehm ist der Hain, wie groß das Stadion!
  3. Wie schön sind die Tempel, Götterbilder und Statuen!
  4. Besonders der Juppiter-Tempel hat bei uns eine sehr große Bewunderung hervorgerufen.
  5. Sein Innenraum ist geschmückt mit Abbildungen von Herkules, wie er jene zwölf berühmten Aufgaben auf sich nimmt.
  6. Und niemals werde ich das dort platzierte Juppiter-Bild vergessen,
  7. das von Phidias aus Elfenbein und Gold hergestellt wurde.
  8. Es ist völlig klar, warum die Griechen diesen Ort für den schönsten und heiligsten
  9. gehalten haben, warum sie hier zu Ehren des Juppiter alle vier Jahre die berühmtesten Spiele abgehalten haben.
  10. Ich habe aus eine buch gelernt, dass Herkules die Olympischen Spiele eingeführt hat,
  11. um allen Griechen eine Wohltat zu erweisen.
  12. Weil die Städte Griechenlands nämlich bereits lange gegeneinander Krieg führten, wollte er die Gewalt und den Hass der Menschen
  13. beenden.
  14. Durch die Einführung der Spiele bewirkte er, dass die besten und stärksten jungen Männer aus ganz Griechenland nach Olympia
  15. gerufen wurden,
  16. damit sie nicht mit Waffen, sondern mit ihren Körpern gegeneinander kämpften.
  17. Dort verlangte jeder Einzelne mit groß Leidenschaft sehr heftig danach, tapferer zu ringen, schneller zu laufen und den Diskus weiter
  18. zu werfen als die Übrigen, ja er bemühte sich sogar mit äußersten Kräfte darum, sich sich besser als der jener berühmte Herkules zu erweisen.
  19. Wer aber war glücklicher, wen erwartete ein angenehmeres Leben als die Olympiasieger?
  20. Denn diese wurden in der Heimat mit den höchsten Ehren empfangen, von hochberühmten Dichtern in ihren Liedern
  21. gefeiert und sogar mit viel Geld beschenkt.
  22. Allerdings wollten alle Städte unbedingt möglichst viele Olympiasieger
  23. haben.
  24. Von überall her kamen sehr viele Bürger nach Olympia, um der Jugend Griechenlands bei ihrem Wettstreit um
  25. den Sieg zuzuschauen.
  26. Damit dies passieren konnte, beschlossen die Städte Griechenlands ein sehr gutes Gesetz.
  27. Dies hinderte daran, Krieg zu führen, solange die Olympischen Spiele durchgeführt wurden.
216 lateinische Wörter

 

Lektion 38: "Störe meine Kreise nicht!"

  1. G: Was für eine Säule ist das, die die übrigen Gräber überragt?
  2. M: Ich weiß nicht. Warum gehen wir nicht hin? Niemand verbietet uns, sie aus der Nähe zu betrachten.
  3. G:(kurz darauf) Was sehe ich? Auf die Spitze des Monuments ist eine Kugel mit einem Zylinder gesetzt worden.
  4. M: Beim Herkules! Ich glaube, wir stehen vor dem Grab des Archimedes.
  5. G: Ich gestehe, dass ich diesen Namen schon gehört habe.
  6. Weißt du, warum die Syrakusaner ihm ein derartiges Monument gebaut haben?
  7. M: Dies ist sowohl ein Monument seiner Klugkeit als auch des Dankes der Bürger.
  8. Denn Archimedes hat sich großen Ruhm erworben, weil er nicht nur Geschütze
  9. erfunden, sondern auch gebaut hatte.
  10. G: Und diese Geschütze hat er den Syrakusanern geschenkt. Hat er nicht ihretwegen sein Leben verloren?
  11. M: Deine Worte fordern mich auf, dir zu erzählen, welches Schicksal er erlitten hat.
  12. Vor einigen Jahrhunderten griffen unsere Vorfahren unter der Führung von Claudius Marcellus
  13. diese Stadt mit einer großen Anzahl von Schiffen an.
  14. Und die Sache hätte Erfolg gehabt, wenn nicht in Syrakus zu dieser Zeit Archimedes gewesen wäre.
  15. Dieser hatte Geschütze unterschiedlicher Größe auf den Mauern verteilt,
  16. mit denen er riesige Felsbrocken in Richtung der Schiffe schleuderte.
  17. Nachdem Marcellus vergeblich versucht hatte, die Stadt zu erobern, machte er mit den gesamten Streitkräften auf dem Lande einen Angriff.
  18. Doch auch auf dieser Seite waren Geschütze aller Art verteilt.
  19. Im dritten Jahr endlich bemächtigte sich Marcellus der Stadt und überließ sie seinen Soldaten zur Plünderung.
  20. Da er die Klugheit des Archimedes sehr bewunderte, befahl er den Soldaten,ihn zu verschonen,
  21. obwohl er erkannt hatte, dass dieser seinen Sieg lange aufgehalten hatte.
  22. Doch dieser nannte dem Soldaten, der in sein Haus eingedrungen war und ihn mit gezücktem Schwert fragte, wer er denn sei,
  23. seinen Namen nicht.
  24. G: Fürchtete er denn nicht getötet zu werden, wenn er den Befehl des Soldaten missachtete?
  25. M: Vielleicht hat er nicht gut zugehört; denn er hatte seine Gedanken und Augen auf den Boden gerichtet und zeichnete
  26. geometrische Figuren.
  27. Er sagte nur dieses, wobei er mit den Händen den Sand schützte: "Bringe ihn nicht in Unordnung!"
  28. G: Und die Figuren sind durch sein Blut in Unordnung gebracht worden.
229 lateinische Wörter

 

Lektion 39: Konsequent bis in den Tod

  1. Sokrates hat vor den Richtern eine überaus kluge Verteidigungsrede gehalten,
  2. dennoch ist es ihm nicht gelungen, sie davon zu überzeugen, dass er unschuldig war.
  3. Er hat nämlich so für sich gesprochen,
  4. dass er nicht ein flehend, sondern der Lehrer der Richter zu sein schien.
  5. Diese sollen durch seine Rede so beleidigt worden sein, dass sie ihn verurteilten.
  6. Aber in Athen war es einem Angeklagten nach seiner Verurteilung möglich, sein Strafmaß einzuschätzen.
  7. Auf die Frage aber, welche Strafe er verdiene, hat Sokrates selbst auf folgende Weise gesprochen:
  8. "Ich habe verdient, dass ich mit den höchsten Ehren und Belohnungen ausgezeichnet werde,
  9. und ich glaube, dass ich insbesondere der Ehre würdig bin, die den Olympiasiegern zusteht,
  10. nämlich dass mir im Prytaneion staatlich die tägliche Nahrung dargereicht wird."
  11. Als die Richter diese Worte gehört hatten, gerieten sie so in Zorn, dass sie Sokrates zum Tode verurteilten.
  12. Dieser jedoch nahm diese Ansicht nicht nur gelassen auf,
  13. sondern hielt vor den Richtern sogar eine zweite Rede; er soll diese mit folgenden Worten beendet haben:
  14. "Wer ist glücklicher als ich? Ich halte es nämlich für sicher, dass diejenigen, die gerecht gelebt haben,
  15. in den Himmel aufsteigen und zu den Göttern, von denen sie aufgebrochen sind, zurückkehren.
  16. Deshalb gibt es für mich keinen Grund, warum ich zornig auf euch sein sollte.
  17. Doch nun schon ist es Zeit, zu gehen - für mich, um zu sterben, für euch, um euer Leben zu führen."
  18. Dann erwartete er im Gefängnis den Tod und wollte auch nicht fliehen,
  19. als Freunde ihn aus der Bewachung hinausführen wollten.
  20. Er glaubte nämlich, dass er die Gesetze und seine Lehre befolgen müsse.
  21. So nahm er am letzten Tag seines Lebens, während er mit Freunden klug und weise über die Unsterblichkeit der Seele redete,
  22. mit tapferem Mut den Gifttrank aus der Hand des Henkers entgegen.
  23. Als Sokrates den Becher zum Munde führte, soll seine Frau Xanthippe gerufen haben:
  24. "Lässt du es etwa geschehen, dass du unschuldig zugrunde gehst?"
  25. Doch jener erwiderte: "Was also? Hast du etwa geglaubt, es sei besser für mich, schuldig zu sterben?"
227 lateinische Wörter

 

Lektion 40: Ein Berg explodiert.

  1. Schon viele Tage lang hatte die Erde gebebt.
  2. Dann aber vergrößerte sich das Beben so, dass wir glaubten, alles werde vernichtet.
  3. Eine große Furcht vor einem Einsturz überkam uns; deshalb gingen wir aus dem Haus und ließen uns auf freiem Feld nieder.
  4. Es war ungefähr die sechste Stunde des Tages,
  5. als wir sahen, wie aus dem Berg Vesuv Feuer und Flammen mit ungeheurer Wucht herausbrachen.
  6. Und aus dem Gipfel des Berges stieg eine riesige Wolke in den Himmel hinauf,
  7. aus der eine große Menge Erde und Asche herabfiel und alles bedeckte.
  8. Da hatten wir keine Möglichkeit mehr, uns Zeit zu lassen und zu bleiben,
  9. sondern es war die Zeit gekommen, zu weichen und wegzugehen.
  10. Sofort ergriffen wir die Flucht.
  11. Das Volk folgte völlig verschreckt; es drängte uns und stieß uns.
  12. Als wir die Stadt verlassen hatten, hielten wir an. Wir sahen, wie das Meer gewissermaßen durch das Beben der Erde zurückgetrieben wurde.
  13. Nicht einmal mit Schiffen konnten wir entkommen.
  14. Da sank eine schwarze Wolke auf die Erde und meine Mutter sagte:
  15. "Ich bin bereit zu sterben und ich werde beruhigt sterben, wenn ich nicht der Grund für deinen Tod gewesen bin.
  16. Fliehe ohne mich, um zu leben!"
  17. Doch ich erwiderte: "Ich werde nicht wohlbehalten sein, wenn ich nicht gemeinsam mit dir fliehe." Und ich ergriff ihre Hand. Aber die Asche verdunkelte dadurch, dass sie ununterbrochen herabsank, allmählich die Sonne; wir setzen unsere Flucht fort.
  18. Ich blickte zurück: Ein dichter Qualm folgte uns.
  19. In dem Bestreben, schneller voranzukommen, verließen wir die Straße, um der Menschenmasse zu meiden.
  20. Plötzlich plötzlich überfiel uns tiefe Nacht; wir hatten nicht mehr die Möglichkeit, das Gelände zu erkennen.
  21. Wir ließen uns nieder. Immer mehr wurden wir mit Asche bedeckt.
  22. Das Jammern der Frauen, das Weinen der Kinder und das Geschrei der Männer waren zu hören.
  23. Einige wünschten aus Angst vor dem Tod den Tod herbei.
  24. Auch wir fühlten, dass wir dem Tod näher waren.
  25. Endlich verzog sich der Qualm; der Tag zeigte sich wieder; sogar die Sonne leuchtete hervor.
  26. Wir verbrachten den Rest des Tages mit Hoffen und Bangen,
  27. denn die Erde hatte nicht aufgehört zu beben.
224 lateinische Wörter

 

Lektion 41: Ende gut, alles gut!

  1. Dae: Ich befürchte, dass meine Frau mich euretwegen aus dem Haus jagt. Sie könnte sagen,
  2. dass ich meine Geliebten vor ihre Augen geführt habe. Deshalb flüchtet euch doch bitte auf den Altar der Venus.
  3. Pal: Wir Unglücklichen, wir sind verloren! - Dae: Ich werde mich mit der gütigen Hilfe der Venus dafür einsetzen, dass ihr wohlbehalten und
  4. unversehrt seid. Habt keine Angst! Ich werde für euch sorgen, als ob ihr meine Töchter wäret.
  5. Gri: Oh Herr, sei gegrüßt! - Dae: Sei gegrüßt. Was gibt's? Worüber
  6. streitet ihr euch so unversöhnlich? Soll ich euch nicht zu Hilfe kommen?
  7. Tra: Der da hat einen Koffer, der zusammen mit diesen jungen Frauen bei einem Schiffbruch ins Meer gefallen ist.
  8. Er ist der schlimmste aller Diebe und der unverschämteste und ...
  9. Dae: Genug der Worte, Trachalio! Jetzt soll Gripus sprechen!
  10. Gri: Welcher Mensch könnte so viel Frechheit und so viel Unverschämtheit ertragen?
  11. Ich habe diesen Koffer mit einem Netz aus dem Wasser gefischt. Deshalb gehört er mir.
  12. Und alles, was darin ist, soll auch meins sein! Trachalio erfindet Gründe,
  13. denn er selbst will den Koffer haben.
  14. Dae: Was sagst du dazu, Trachalio? - Tra: Den Koffer fordere ich nicht für mich, sondern für diese junge Frau, die
  15. du eben gerade beschützt hast. - Dae: Meinst du die, die, wie sie selbst sagte, in Athen frei
  16. geboren wurde? -Tra: So ist es. - Dae: Wir werden in den Koffer hineinschauen. zu Palaestra: Doch sag mir zuvor: Gehört dieser Koffer dir? zu Gripus: Schweig! - Pal: So ist es. - Gri: Hoffentlich vernichten dich
  17. Jupiter und die Götter! - Dae: Sei nicht entrüstet, Gripus! Dir, Palaestra, werde ich alles wiedergeben,
  18. was dir gehört. Lasst uns den Koffer öffnen! Zögern wir nicht! Lasst uns sehen, was darin ist!
  19. Pal: Es sind Rasseln, die ich als kleines Kind hatte. - Dae: Die sehe ich auch.
  20. Gri: In der ersten Schlacht bin ich umgekommen.
  21. Dae: Was für Buchstaben stehen auf diesem kleinen Schwert geschrieben? - Pal: Der Name meines Vaters:
  22. Daemones. - Gri: Ich bin verloren, beim Herkules, ich Unglücklicher. - Dae: Unsterbliche Götter! Dies muss
  23. meine liebe Tochter sein. Die Götter wünschen meine Rettung. - Gri: Jedoch meinen Untergang.
  24. Pal: Sei gegrüßt, mein unverhoffter Vater! - Dae: Sei gegrüßt, meine allerliebste Tochter! Wie gern ich dich
  25. umarme! - Tra: Es ist ein Vergnügen, dass euch dies wegen eurem Pflichtbewusstsein füreinander gelungen ist.
247 lateinische Wörter

 

Lektion 42: Gegen die Römer!

  1. Mir gefallen eure Ansichten allerdings überhaupt nicht,
  2. weder die derjenigen, die sich den Römern ergeben wollen,
  3. noch die derjenigen, die einen Ausfall gutheißen.
  4. Ich werde auf jene, die ein überaus schändliches Sklavendasein fälschlich als Kapitulation bezeichnen, nicht eingehen.
  5. Ich setze mich mit denen auseinander, die es mit einem Ausfall wagen, sich dem Tod auszusetzen.
  6. Es ist Willensschwäche, nicht Tapferkeit, den Mangel nicht länger aushalten zu können.
  7. Warum vertraut ihr nicht unseren Verwandten und Blutsbrüdern,
  8. die aus ganz Gallien mit riesigen Truppen hierher aufgebrochen sind?
  9. Schon morgen kann es geschen, dass sie ankommen.
  10. Im Vertrauen auf ihre Hilfe lasst uns die Mühen ertragen!
  11. Gemeinsam mit ihnen wird es uns gelingen, den Belagerungsring zu sprengen.
  12. Dann werden die Feinde, die sich schon über die Niederlage der Gallier freuen, die Erfahrung machen, dass sie sich vergebens gefreut haben.
  13. Dann wird es geschehen, dass wir in diesem Krieg siegen.
  14. Daher denkt an ganz Gallien! Lasst nicht mit euremTod eure Freunde im Stich!
  15. Macht, was unsere Vorfahren im Krieg gegen die Kimbern und Teutonen zu tun gewagt haben!
  16. Sie waren durch eine ähnlichen Notlage gezwungen mit den Leichnamen derer, die aufgrund ihres Alters für den Krieg als untauglich
  17. erschienen, ihr Leben ertragen.
  18. Wenn ihr wegen der Freiheit ihr Beispiel nachahmt, werdet ihr es mit vollem Recht tun.
  19. Die Kimbern und Teutonen hatten nicht die Gewohnheit, in dem Gebiet derer zu bleiben, die sie im Krieg besiegt hatten.
  20. So sind sie auch irgendwann aus Gallien abgezogen und nie wieder zurückgekehrt.
  21. Sie haben uns ein Rechtssystem, Gesetze, unser Land und unsere Freiheit zurückgelassen.
  22. Die Römer aber, was anderes erstreben oder was anderes wollen sie,
  23. als, getrieben von ihrem Hass, sich in unserem Land niederzulassen und uns ewige
  24. Knechtschaft aufzuerlegen?
  25. Denn sie haben nie unter einer anderen Bedingung Kriege geführt.
  26. Denkt an die anderen Gegenden und Völker, die, seitdem sie von den Römern unterworfen worden sind, unter einer ewigen Knechtschaft leiden!
216 lateinische Wörter

 

Lektion 43: Macht des Schicksals

  1. Seneca grüßt seinen Lucilius.
  2. Gern habe ich von denen, die von dir kommen, erfahren, dass du freundschaftlich mit deinen Sklaven zusammenlebst.
  3. Das passt zu deiner Klugheit, das passt zu deiner Menschlichkeit.
  4. Allerdings unterscheidest du dich dadurch von den meisten;
  5. denn sie sind überaus hochmütig, grausam und unmenschlich ihren Sklaven gegenüber
  6. und sie behandeln sie nicht wie Menschen, sondern missbrauchen sie als Lasttiere.
  7. Jemand wird sagen: "Es sind Sklaven." Weise diese Meinung so zurück:
  8. "Im Gegenteil, es sind Menschen, Mitglieder der Hausgemeinschaft, niedrig gestellte Freunde."!
  9. Warum suchst du das Forum und die Kurie auf, um irgendwelche Freundschaften zu schließen?
  10. Dir ist die Möglichkeit gegeben, Freunde zu Hause zu finden. Versuche es und du wirst die Erfahrung machen.
  11. Falls jemand weiter sagt: "Es sind Sklaven", antworte mit fast denselben Worten: "Es sind Mitsklaven."!
  12. Denn wer weiß nicht, dass das Schicksal gegenüber beiden dieselben Möglichkeiten hat?
  13. Erinnere dich an jene Niederlage des Varus:
  14. Damals überwältigte das Schicksal viele junge Männer aus den bedeutendsten Familien,
  15. die aufgrund ihres Militärdienstes große Hoffnung hatten, den Rang eines Senatorszu erreichen;
  16. einen von jenen machte sie zum Hirten, einen anderen zum Wächter einer Hütte.
  17. Es gibt also keinen vernünftigen Grund, irgendeinen Menschen wegen seines Schicksals zu verachten;
  18. denn während du verachtest, kannst du schon in dasselbe Schicksal hinübergehen.
  19. Weißt du etwa nicht, in welchem Alter Hekuba angefangen hat, Sklavin zu sein, in welchem Kroisos, in welchem Platon?
  20. Nichts soll dich abschrecken, milde und freundschaftlich mit deinen Sklaven zusammenzuleben, indem du sie zum Gespräch heranziehst, dich mit ihnen berätst und
  21. das Essen mit ihnen teilst.
  22. Denke daran, dass die, die du deine Sklaven nennst, aus denselben Wurzeln stammen,
  23. denselben Himmel genießen, gleich atmen, gleich leben, gleich sterben!
  24. Mit der Betrachtung dieser Sache will ich dich nicht länger aufhalten.
  25. Nur diese Regel will ich dir, um dich in deiner Haltung zu bestärken, geben:
  26. Lebe mit einem unter dir Stehenden so, wie du willst, dass ein über dir Stehender mit dir lebt. Leb wohl!
221 lateinische Wörter

 

Lektion 44: Ein Fall für Iustitia

Sportverletzung

  1. Als einige Sklaven Ball spielten, stieß einer von ihnen mit einem anderen Sklaven, der den Ball aufzufangen
  2. versuchte, zusammen. Dieser fiel hin und brach sich das Bein.
  3. Sein Herr trat an einen gewissen Mela, einen rechtskundigen Mann, heran und fragte:
  4. "Was ist zu tun? Einer meiner Sklaven kann durch die Schuld eines anderen seine Aufgaben nicht mehr erfüllen.
  5. Er fehlt mir sehr; denn noch sehr viele Arbeiten müssen verrichtet werden. Ich muss einen neuen Sklaven
  6. kaufen. Kann ich gegen jenen, der meinen Sklaven gestoßen hat, wegen Sachbeschädigung prozessieren?
  7. Muss jener den Schaden, mit dem ich versehen worden bin, wieder gutmachen oder muss jener keine Strafe zahlen?"

Unfall beim Friseur

  1. Als Einige Ball spielten, warf einer von ihnen diesen so heftig,
  2. dass er auf die Hände eines Friseurs fiel, der gerade einen Sklaven rasierte.
  3. So passierte es, dass der Friseur dem Sklaven die Kehle durchschnitt. Dieser starb an dieser Wunde.
  4. Sein Herr, ein nicht reicher alter Mann, bedauerte sehr, dass er einen sehr guten Sklaven verloren hatte.
  5. Deshalb fragte er einen rechtskundigen Mann:
  6. "Wer muss nach dem Aquilischen Gesetz den Schaden wieder gutmachen?"

Nächtliche Schlägerei

  1. Ein Wirt hatte bei Einbruch der ersten Dunkelheit vor seinem Wirtshaus eine öllampe aufgestellt; irgendeiner, der vorbeiging,
  2. nahm sie mit. Der Wirt verfolgte den nächtlichen Dieb. Als er ihn erreicht hatte, rief er:
  3. "Du musst die öllampe zurückgeben." Aber der Dieb stieß den Wirt zurück und flüchtete.
  4. Dieser versuchte, den Fliehenden aufzuhalten. Daraufhin begann der Dieb ihn mit einer Peitsche zu schlagen.
  5. Daraus entstand ein ziemlich großer Streit und der Wirt stach dem Dieb ein Auge aus.
  6. Zwar glaubte er, dass er nichts zu befürchten habe, da er ja als Erster mit der Peitsche geschlagen worden war;
  7. dennoch suchte er am folgenden Tag das Haus eines gewissen Alfenus, eines Mannes von größter Klugheit, auf
  8. und befragte ihn, ob er nach dem Aquilischen Gesetz haftbar sei.
217 lateinische Wörter

 

Lektion 45: "In diesem Zeichen wirst du siegen."

  1. Maxentius hielt sich in Rom auf;
  2. denn er hatte von einem Orakel die Antwort erhalten, dass er außerhalb der Mauern im Krieg umkommen werde.
  3. Da er selbst dem Tod entfliehen wollte, befahl er treuen und fähigen Feldherren, diesen Krieg zu führen.
  4. Weil er über mehr Streitkräfte verfügte als Konstantin, sah er es als sicher an, dass seine Soldaten siegen würden.
  5. Konstantin führte alle Truppen näher an die Stadt heran
  6. und ließ sich gegenüber der Milvischen Brücke nieder.
  7. Genau an dem Tag, an dem fünf Jahre zuvor Maxentius die Herrschaft übernommen hatte,
  8. legte sich Konstantin zur Ruhe, um Körper und Geist wiederherzustellen, und hatte diesen Traum:
  9. Während er zufällig den Himmel betrachtete, zeigte sich ein Kreuz, das in hellem Licht erstrahlte
  10. und auf dem diese Worte geschrieben standen: "In diesem Zeichen wirst du siegen."
  11. Sofort befahl Konstantin, die Schilde der Soldaten mit dem Christuszeichen zu bemalen.
  12. Mit diesem Zeichen bewaffnet, griff sein Heer zu den Waffen.
  13. Die Feinde jedoch zogen [ihm] ohne einen Feldherrn entgegen und überschritten die Brücke,
  14. um die letzte Schlacht zu schlagen.
  15. Die Heere liefen in gleicher Aufstellung zusammen, auf beiden Seiten wurde mit äußerster Kraft gekämpft.
  16. Da wurde in Rom zu einem Aufstand gemacht und Maxentius wurde als Verräter der Stadt und des Staates verhöhnt.
  17. Plötzlich rief das Volk mit einer Stimme, dass Konstantin nicht besiegt werden könne.
  18. Weil Maxentius darüber beunruhigt war, befahl er, die sibyllinischen Bücher einzusehen.
  19. In ihnen fand man, dass genau an diesem Tag der Feind der Römer sterben werde.
  20. Da er sich auf diese Weise zu der Hoffnung auf den Sieg verleiten ließ, verließ er die Stadt zog in die Schlacht; als er gesehen worden war, wurde der Kampf noch heftiger.
  21. Die Hand Gottes lastete auf der Schlacht: Maxentius` Heer wurde in die Flucht geschlagen, er selbst flüchtete zu der Brücke.
  22. Dort wurde er von der Menge der Fliehenden bedrängt und stürzte in den Fluss Tiber.
  23. Nach Beendigung des Krieges wurde Konstantin unter größter Freude des Senats und des römischen Volkes in der Stadt
  24. empfangen.
  25. Im Jahr darauf gab er den Christen und allen die Möglichkeit, sich frei für die Religion zu entscheiden,
  26. die ein jeder gewollt hatte.
228 lateinische Wörter

 

Lektion 46: Galla Placidia - eine Christin zwischen den Fronten

  1. Galla Placidia, die Tochter des Kaisers Theodosius, praktizierte schon als Jugendliche mit ganzer Überzeugung den christlichen Glauben
  2. und folgte den Bräuchen und Lehren dieser Religion von ganzem Herzen.
  3. Veranlasst von der christlichen Lehre, erfüllte sie die Frömmigkeit und Gerechtigkeit. Als die Goten unter der Führung von Alarich
  4. die Stadt Rom erobert hatten, wurde Galla von einem gewissen Athaulfus gefangen genommen und
  5. entführt. Als dieser nach dem Tod von Alarich die Herrschaft übernommen hatte, nahm er sie zur Frau.
  6. Aber obwohl Placidia durch ihre Heirat an den Barbarenkönig gebunden war, brachte sie dem römischen Staat
  7. einen großen Vorteil, als ob die Römer sie den Goten aufgrund einer göttlichen Urteil als Geisel
  8. ausgeliefert hätten. Denn Athaulfus wünschte brennend, nicht nur den Namen Rom
  9. auszulöschen und das gesamte Römische Reich zum Reich der Goten zu machen, sondern auch selbst zu
  10. werden, was einst Kaiser Augustus gewesen war.
  11. Aber Placidia, eine überaus scharfsinnige und fest im Glauben stehende Frau, versuchte, Athaulfus an dieser Tat
  12. zu hindern, indem sie etwa dies sagte: "Befiehl deinen Männern, auf einen Krieg zu verzichten! Lass es nicht
  13. dazu kommen, dass das ehrwürdige und heilige Rom untergeht! Es steht hinreichend fest, dass die Goten auf keinen Fall
  14. Gesetzen gehorchen können. Doch ein Staat ohne Gesetze ist kein Staat. Erkennst du denn nicht,
  15. dass Frieden und Eintracht sowohl den Römern als auch den Goten von Nutzen sein werden? Deshalb
  16. lass dieses Reich unversehrt, versöhne die Goten mit den Römern!" Mit solchen Worten überredete Galla Placidia
  17. ihren Mann dazu, den Plan aufzugeben. Von da an bis zu seinem Tod suchte Athaulfus
  18. seinen Ruhm darin, den Namen Rom wiederherzustellen und ihm wieder zu vergrößern, und er setzte alle Kräfte
  19. der Goten für die Erhaltung des römischen Staates ein. Nach seinem Tod gingen die Goten
  20. mit den Römern sogar ein Bündnis ein und gaben Galla Placidia, die bei ihnen ehrenvoll
  21. und anständig behandelt worden war, den Römern zurück. Wenig später lenkte sie, nachdem sie zur Augusta ernannt worden war,
  22. über viele Jahre gerecht und gottesfürchtig Rom und das Römische Reich.
232 lateinische Wörter

 

Lektion 47: Freut euch des Lebens - zeitlose Lieder

Ecce gratum

  1. Seht! Der willkommene und gewünschte Frühling bringt die Freuden zurück: Veilchenfarben erblüht die Wiese, die Sonne macht alles heiter. Sofort soll das Traurige weichen! Die Wärme kommt wieder, jetzt zieht sich die Rauheit des Winters zurück.

 

 

  1. Schon werden Hagel, Schnee und das Übrige flüssig und nehmen ab; der Frost flieht und schon saugt die Erde an der Brust des Frühlings. Der hat ein elendes Gemüt, der unter der starken Hand der Wärme weder lebt noch ausgelassen ist.

 

 

  1. Es prahlen und freuen sich in der Süße des Glücks, die versuchen, in den Genuss einer Belohnung durch Amor zu kommen. Lasst uns unter dem Befehl der Venus sein, wobei wir voll Freude damit prahlen, dass wir dem Paris gleichkommen.

 

 

Gaudeamus igitur

  1. Lasst uns also fröhlich sein, solange wir noch jung sind! Nach der angenehmen Jugend, nach dem mühevollen Alter wird die Erde uns haben.

 

 

  1. Unser Leben ist kurz, in Kürze wird es enden, der Tod kommt schnell, reißt uns schrecklich fort; niemand wird verschont werden.

 

 

  1. Hoch leben alle Jungfrauen, die schönen, gefälligen! Hoch sollen auch die Frauen leben, die zärtlich und liebenswürdig, die gut und arbeitsam sind!
112 lateinische Wörter

 

Lektion 48: Der Heilige und der Drache

  1. Eines Tages kam Georg in die Stadt Silena. In der Nähe gab es einen See mit dem Aussehen eines Meeres,
  2. in dem ein Drache verborgen war. Dieser verpestete mit seinem giftigen Atem, wenn er an die Mauern der Stadt herankam, die Luft so,
  3. dass sehr viele umkamen. Täglich gaben ihm die Bürger, um ihn in seine Raserei zu beschwichtigen, zwei Schafe.
  4. Aber als ihnen die Schafe fast ausgingen, fügten sie einem Schaf einen Menschen bei. Eines Tages
  5. wurde die Tochter des Königs durch das Los bestimmt. Da [sagte] der König: "Nehmt mein Silber, mein Gold und die Hälfte
  6. meines Reiches, aber lasst mir die Tochter frei!" Ihm entgegnete das Volk: "Du, König, willst nach dem Tod
  7. unserer Kinder deine Tochter retten? Wenn du nicht bei deiner Tochter erfüllst, was du bei
  8. anderen befohlen hast, werden wir dich und dein Haus anzünden." Da sah der König, dass er seineTochter nicht
  9. befreien konnte, und entließ sie, nachdem sie prächtig mit königliche Gewänder geschmückt worden war, mit den Worten: "Wäre ich doch gestorben, bevor
  10. ich dich auf diese Weise verliere!" Und so trat die Tochter vor zum See.
  11. Georg sah, wie sie weinte; er fragte sie, was sie habe. Und jene antwortete: "Guter junger Mann,
  12. flieh, damit du nicht gemeinsam mit mir stirbst." Ihr entgegnete Georg: "Ich werde nicht von hier weggehen, bevor
  13. du nicht gesagt hast, was du hast." Als er das Ganze gehört hatte, sagte er: "Tochter, fürchte dich nicht, denn ich werde dir im Namen Christi
  14. helfen." Während sie dieses redeten, hob der Drache seinen Kopf aus dem See und kam. Da
  15. bestieg Georg sein Pferd, wappnete sich mit dem Kreuz und griff den Drachen kühn
  16. an; er verwundete ihn schwer mit der Lanze, streckte ihn zu Boden und sagte dem Mädchen: "Wirf deinen Gürtel
  17. um den Hals des Drachen, Tochter!" Als sie dies gemacht hatte, folgte er ihr wie ein völlig
  18. zahmer Hund. Als sie ihn in die Stadt führte, begannen die Bürger zu fliehen. Da rief Georg:
  19. "Fürchtet euch nicht, glaubt nur an Christus! Jeder Einzelne von euch soll sich taufen lassen
  20. und ich werde den Drachen töten." Nach der Taufe aller tötete Georg den Drachen
  21. und befahl, ihn aus der Stadt hinauszutragen. Aber der König erbaute eine Kirche von
  22. wunderbarer Größe, von deren Altar eine lebendige Quelle fließt, deren Wasser alle
  23. Kranken heilt. Georg aber bot er eine ungeheure Summe Geld, die jener nicht annehmen
  24. wollte und den Armen zu geben befahl.
265 lateinische Wörter

 

Lektion 49: Die Klage des Friedens

  1. Zunächst schaue hinein, was für ein Ding der Frieden ist, was für eins der Krieg, was jener
  2. an Gutem, was dieser an Schlechtem mit sich bringt; und so wäge bitte ab, ob es nützlich ist, den Frieden gegen den Krieg einzutauschen!
  3. Wenn ein geradezu bewundernswertes Ding ein Reich ist, das von überall her infolge bester Angelegenheiten in Blüte steht,
  4. infolge gut gegründeter Städte, gut bestellter Felder, sehr guter Gesetze, in höchstem Ansehen stehender Wissenschaften,
  5. ehrwürdiger Sitten, dann denke bei dir:
  6. Dieses Glück muss ich verwirren, wenn ich einen Krieg beginne.
  7. Dagegen bedenke, wenn du jemals die Trümmer von Städten, zerstörte Dörfer, niedergebrannte Tempel, verwüstete
  8. äcker erblickt hast, dass dies das Ergebnis des Krieges ist!
  9. Wenn du Raub, Vergewaltigung, Mord für schändlich hältst: Für all dieses ist der Krieg
  10. der Lehrer. Wenn aber dein Glück darin besteht, über glückliche Menschen zu herrschen, dann musst du den Frieden pflegen.
  11. Stell dir einen über alle Maßen berechtigten Grund für einen Krieg vor, male dir einen über alle Maßen günstigen Ausgang aus, doch wäge bitte auch
  12. alle Nachteile ab, für die der Krieg geführt worden ist, und alle Vorteile, die
  13. der Sieg hervorgebracht hat, und sieh, ob es sich gelohnt hat zu siegen!
  14. Kaum jemals gelingt ein Sieg ohne Blutvergießen und Verluste.
  15. Hinzu füge den Verlust der Sitten und der öffentlichen Ordnung!
  16. Du leerst die Staatskasse, plünderst das Volk aus, belastest die Anständigen und ermunterst die Unanständigen zu schlimmem Taten.
  17. Aber auch wenn der Krieg beendet ist, sind die überreste des Krieges nicht sofort zur Ruhe gekommen:
  18. Die Künste verlieren an Ansehen, Handelsgeschäfte werden unterbunden.
  19. Sieh, was für eine große Sache du gemacht hast!
  20. Aber vielleicht scheint es dir ein Anzeichen für einen zu wenig großen Geist zu sein, wenn du auch nur etwas an Unrecht verzeihst;
  21. im Gegenteil, es gibt keinen sichereren Beweis für einen kleinmütigen und keineswegs königlichen Geist, als sich zu rächen.
  22. Glaube bitte nicht, dass deine Würde weggeht, wenn du mit dem benachbarten Fürsten verhandelst und von deinem
  23. Recht ein kleines bisschen weggehst.
205 lateinische Wörter

 

Lektion 50: Die Entdeckung einer neuen Welt

  1. Dreißig Tage nach der Abfahrt kam ich in das Indische Meer, wo ich sehr viele Inseln
  2. vorfand, die sehr dicht bewohnt waren. Sie alle nahm ich für unseren glückseligen
  3. König in Besitz, ohne dass jemand widersprach. Um die Menschen leichter für mich zu gewinnen
  4. und damit sie die Bereitschaft gewannen, unseren König, unsere Königin und alle spanischen Geschlechter
  5. zu lieben, und sich bemühten, uns das zu geben, was sie selbst im überfluss haben und woran es uns mangelt,
  6. gab ich ihnen viele schöne und willkommene Dinge, die ich mitgebracht hatte. Sie sind zwar scheu und voller
  7. Angst, aber sobald sie sich für sicher halten, sind sie überaus einfach, vertrauensvoll und mit allem,
  8. was sie haben, sehr freigebig. Sie kennen keine Götzenverehrung; ja sie glauben sogar, dass alles Gute
  9. im Himmel sei und ich von dort mit diesen Schiffen und Seeleuten herabgekommen sei. Und mit dieser
  10. Einstellung wurde ich überall empfangen, nachdem sie die Furcht überwunden hatten. Und sie sind auch nicht träge oder
  11. ungebildet, sondern überaus begabt und scharfsinnig.
  12. Sobald ich zu diesem Meer gelangt war, habe ich von der ersten Insel einige Inder gewaltsam an mich gerissen.
  13. Binnen kurzem haben diese uns - und wir sie - zunächst mit Gesten und Zeichen, danach mit Worten verstanden. So
  14. wurden sie für uns sehr nützlich. Auch wenn sie lange bei uns leben, glauben sie noch immer, ich
  15. sei vom Himmel herabgestiegen. Und diese waren die Ersten, die dies, wo wir auch landeten, verkündeten,
  16. indem sie sagten: "Kommt, kommt und ihr werdet die Leute aus dem Himmel sehen!" Deshalb besichtigten uns Frauen
  17. und Männer, Junge und Alte, wobei die einen mit größter Liebe und unglaublichem Wohlwollen Nahrung, die anderen
  18. etwas zu trinken zu uns brachten. Die Geschlechter aller dieser Inseln
  19. unterscheiden sich in nichts durch ihr Aussehen, ihre Sitten und ihre Sprache. Dieser Umstand ist sehr nützlich für das, was,
  20. glaube ich, unserem durchlauchtigsten König am Herzen liegt, nämlich für ihre Bekehrung zum heiligen Glauben an Christus,
  21. für den sie sehr zugänglich zu sein scheinen. Zuletzt verspreche ich, dass ich unserem unbesiegbaren König
  22. so viel Gold geben werde, wie er benötigt, aber auch so viel Gewürze,
  23. Baumwolle, Gummi und so viel Aloeholz, wie seine Majestät zu verlangen verlangen will.
lateinische Wörter

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